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Tipps und Tricks für die Druckabnahme

Tipps und Tricks für die Druckabnahme
Die Qualität Ihrer Print-Produkte hängt zum großen Teil von der Umsetzung an der Druckmaschine ab.

Selbst ohne ausgeprägtes Expertenwissen sollten Sie in der Lage sein, mit ausgewählten Merkmalen die Qualität von Druckbogen beurteilen zu können. So können Sie sich zielgerichteter mit Ihrem Druckdienstleister besprechen und auch unter Zeitdruck in der Druckerei vor Ort die richtige Entscheidung treffen.

Ziel der Qualitätssicherung beim Drucken ist eine richtige und gleich bleibende Farbwiedergabe über die gesamte Auflage. Neben der Druckfarbe und der Farbigkeit des Bedruckstoffes sind die wichtigsten Einflußgrößen die Farbschichtdicke, der Rastertonwert, die Farbbalance sowie Farbannahme und Farbreihenfolge.

Einige ausgewählte Tipps & Tricks stellen wir Ihnen hier vor:

Vollständige Druckvorlagen
Folgende Unterlagen werden Ihnen von Ihrem Druckdienstleister bereitgestellt (bzw. sollten zur Druckabnahme vorliegen):
- Form-Proof oder Handmuster
- Farb-Proof der Bilder (Proof mit Ugra/Fogra-Medienkeil)
- Farbmuster von Sonderfarben (z.B. Pantone- oder HKS-Fächer)
- Abzug aus der laufenden Druckmaschine

Farbreihenfolge
Für eine optimale Grau-Abstufung muss auf dem Druckbogen die Farbreihenfolge beachtet werden. Eine andere Reihenfolge beeinflusst das Farbannahmeverhalten (Trapping). Es sagt aus, wie gut die Farbe auf einer bereits vorgedruckten Farbe im Vergleich zum Druck auf den reinen Bedruckstoff angenommen wird.

Für Abbildungen mit großen Grau- oder Silberanteilen empfiehlt sich die Farbabfolge: Cyan vor Magenta, bei der Reihenfolge Magenta vor Cyan kann sich die Grauachse in einen rötlichen Bereich verschieben.

Auf Vollständigkeit prüfen
So einfach und so banal dieser Aspekt ist, so fatal sind die Folgen: Prüfen Sie den Druckbogen auf Vollständigkeit aller Elemente um sicherzugehen, dass keine Elemente auf Ihrem Druckobjekt fehlen.

Identische Proof-Bogen erstellen
Die vor Druckbeginn freigegebenen Proofs sind die Referenzen zur Beurteilung der fertigen Druckbögen. In der Regel sind die Bilder auf den Proofs in einer völlig anderen Reigenfolge oder Ausrichtung als auf dem fertigen Druckbogen ausgegeben. Das Vergleichen von vielen Proofs mit einem Druckbogen ist sehr unübersichtlich und kann dazu führen, dass Fehler auf Druckbogen übersehen werden.

Nicht immer wird Ihnen ein Proof der gesamten Druckform vorliegen. Daher empfiehlt es sich einen "Proof-Bogen" zu erstellen, der so aufgebaut ist, wie der Druckbogen, der aus der Druckmaschine kommt. Hierzu kann schnell ein Druckbogen mit den einzeln ausgeschnittenen Text- und Bildelementen des Proofs beklebt werden.

Passer-Kontrolle
Es gilt: Passerkorrekturen vor Farbkorrekturen! Die Farbtöne werden durch Überlagerung einzelner Rasterpunkte wahrgenommen. Durch Fehlpasser ergibt sich ein anderes Verhältnis der Rasterpunktüberlagerung. Dadurch verändert sich die Farbwahrnehmung unseres Auges.

An den Passerkreuzen lässt sich erkennen, ob die einzelnen Farben exakt übereinander drucken oder eine Farbe neben "raussteht". Hierzu müssen die Passerkreuze deckungsgleich übereinander liegen. Eine effektive Kontrolle ist nur mit Fadenzähler möglich. Passerdifferenzen können Sie auch in einzelnen Bildelementen erkennen, wenn zum Beispiel an einer Schwarz-Weiß-Kante eine Farbe "raussteht". Schon kleine Passerdifferenzen können zu Farbverschiebungen führen, besonders in den Graustufen.

Optische Kontrolle
Physikalisch lässt sich der Einfluss der Farbschichtdicke (Farbmenge auf dem Bogen) auf die optische Erscheinung wie folgt erklären: Druckfarben sind nicht deckend, sondern durchscheinend (lasierend). Das Licht dringt in die Druckfarbe ein. Es trifft beim Durchgang durch die Farbe auf Pigmente, die einen mehr oder weniger großen Teil bestimmter Lichtwellenlängen verschlucken (absorbieren). Eine dicke Farbschicht absorbiert mehr Lichtanteile und reflektiert weniger als eine dünne; der Betrachter sieht daher einen dunkleren und gesättigteren Farbton. Der im Auge ankommende Lichtanteil bildet also die Beurteilungsgrundlage für die jeweilige Farbe.

Kontroll-Streifen
Zur meßtechnischen Qualitätserfassung werden Farbmeßstreifen mitgedruckt, die von verschiedenen Forschungsinstituten und Zulieferfirmen angeboten werden. Anhand diesem lassen sich die Farbdichten und Punktzuwächse (für zwei Rassterwerte i.d.R. 40 Prozent und 80 Prozent) der Skalenfarben bestimmen. Für Sonderfarben ist es von Vorteil einen Vollton-Farbabnahmestreifen über die ganze Bogenbreite auf dem Druckbogen zu haben. Die Farbwerte können hier gemessen und der Farbton mit einem Farbmuster optische abgeglichen werden. Die Farbdichten und Punktzuwächse sollten den Standards nach ISO 12647-2 entsprechen. (Link zu Fogra-Internetseite)

Qualitätssicherung für die gesamte Auflage
Um bei einer höheren Auflage eine sicherere Aussage über die Qualität der gesamten Auflage treffen zu können, sollte die Qualitätsprüfung nach ca. 500 Druckbogen noch einmal durchgeführt werden.

Muster definieren
Nach erfolgreicher Prüfung sollte ein Druckbogen bestimmt werden, der als verbindliches Muster für die gesamte Auflage gilt. Jeder max. 500. Druckbogen sollte mit dem Musterbogen optisch und messtechnisch abgeglichen und ggf. korrigiert werden.


Kontakt:
Heidelberger Druckmaschinen AG
Print Media Academy
Kurfürsten-Anlage 52-60
69115 Heidelberg
Tel.: +49 (0)6221 92 24 01
Fax: +49 (0)6221 92 49 29
E-Mail: pma-info@heidelberg.com

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