Konsequent zu einer frischeren Marke
Die Zielgruppe von Jägermeister umfasst Konsumenten
von 18 bis 80 Jahren. Doch das war nicht immer so. Aber seit August
1999 konzentriert sich der Likörhersteller mit einer
ausgeklügelten Marketingstrategie darauf, junge Verbraucher zu
gewinnen, ohne dabei die Stammkonsumenten zu vergraulen.
"Unser Ziel war eine behutsame, aber konsequente
Markenverjüngung", erklärte Kamolz. Um die
Markenverjüngung schnell in Gang zu setzten, wurde
zunächst das Design des Flaschenetiketts überarbeitet.
Zur Unterstützung der Markenkommunikation, vor allem in
TV-Spots, rief Jägermeister die sprechenden Hirsche Rudi und
Ralph ins Leben.
Bei den weiteren Marketingaktivitäten setzt
Jägermeister auf eine zielgruppenspezifische Kommunikation.
Gemeinsam ist den Maßnahmen, die aus den Bereichen Promotion,
Eventmarketing, Internet und Handelsmarketing kommen, die
Positionierung der Marke als "wild" mit der
Tonalität "eckig, kantig"... Der bedeutendste
Auslandsmarkt sind die USA. Dort werden 44 Prozent des
Gesamtumsatzes erzielt. Weitere wichtige internationale
Absatzmärkte sind Italien, Skandinavien, die Niederlande und
Österreich.
Voller Jäger-Erfolg in den USA
Der Erfolg von Jägermeister in den USA gründet
sich auf drei Marketingmaßnahmen. Seit Mitte der 80er Jahre
bieten junge Promoterinnen und Promoter, so genannte
Jägerettes, bei jährlich über 8.000
Promotion-Aktionen in ausgewählten Bars Jägermeister an.
Dass Jägermeister stark gekühlt serviert wird, hat den
Nachteil, dass die Flasche immer versteckt im Gefrierschrank steht,
statt verlockend auf der Theke. 1994 gelangte daher die
"Jägermeister Tap Machine" in die Bars - eine
Zapfanlage, die es ermöglichte, Jägermeister eiskalt
direkt in die Gläser zu füllen.
"Jäger-Music" ist das dritte Konzept aus den USA,
das ebenfalls 1994 eingeführt wurde: Jägermeister
unterstützt mittlerweile über 150 nationale und regionale
Rockbands.
Wilde Jäger-Zeiten auch in Deutschland
Das Jägerette-Konzept wird auch in Deutschland mit
zirka 400 Jägerettes in jährlich rund 4.000
Einsätzen erfolgreich praktiziert. Zusätzlich wurden auch
hier 2.500 "Tap-Machines" installiert. 2001 kam noch der
"Jägermeister Band Support" hinzu, ein
Förderprogramm für 50 deutsche Nachwuchs-Rockbands.
Jägermeister unterstützt darüber hinaus Festivals
und andere offene Veranstaltungen, wo junge Erwachsene feiern.
Promoter verteilen Jägermeister und machen die Veranstaltungen
zu so genannten "Orange-Events" - da orange die
Jägermeister-Farbe ist. Die "Jägermeister-Bar"
befindet sich auf VIP-Parties: Prominente mit einem
"wilden" Image - wie Boris Becker oder Heiner
Lauterbach - halten sich an dieser Bar auf und stellen so eine
Verbindung zur Marke Jägermeister her.
Gibt es ein System für die Markenführung zwischen
Tradition und Trend? "Wir setzen selbst Trends, sind immer nah
am Konsumenten, aber behalten die Tradition bei", sagte
Kamolz. Wie eh und je werden noch immer 56 Kräuter,
Blüten, Wurzeln sowie Früchte aus verschiedenen
Ländern zur Herstellung des Jägermeister-Grundstoffes
verwendet. Und die Flaschenform ist seit jeher unverändert.
Printmedium trägt zum Erfolg der Marke bei
Auf die Frage, welche Rolle das Medium Print bei der
Markenführung spiele, antwortete Kamolz: "Das Printmedium
ist ein wichtiger Teil unserer Kommunikation und trägt damit
zum Erfolg der Marke Jägermeister bei. Gerade die junge
Zielgruppe können wir über Stadtmagazine und
Publikumszeitschriften ideal erreichen. Wir setzen dabei sowohl auf
Anzeigen, als auch auf PR, also redaktionelle Beiträge."
Bernd Schopp, Leiter der Print Media Academy in Heidelberg,
wertete den 3. Marketing-Dialog als Erfolg: "Das Konzept hat
sich bestens etabliert. Damit werden wir auch künftig
aktuellen Marketing-Themen eine Plattform für Kommunikation
und Austausch bieten."
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